Ringtausch: Polen und Deutschland verhandeln weiter

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Leopard der 34. Panzer-Kavalleriebrigade bei der „Strong Europe Tank Challenge“ 2016 in Grafenwöhr – Foto: 7th Us-Army Training Command / Wikimedia / CC-Lizenz

Vor Kurzem wurde bekannt, dass Polen weitere 116 (gebrauchte) Abrams-Panzer von den USA beschafft, um seine T-72 Abgaben an die Ukraine zu ersetzen – wohl circa 200 Stück. Ein Abbruch der Verhandlungen mit Deutschland zur Kompensation über Leopard-2 bedeutet das bis jetzt nicht. Auf Anfrage des Autors teilte das polnische Verteidigungsministerium mit: „The defence ministries of Poland and Germany conduct dialogue concerning the compensation mechanism. No final arrangements have been made so far. Given the need to fill the significant gaps in equipment resources and to fulfil NATO obligations, Poland is considering various available options to strengthen its defence potential.“ Heißt, der polnische Bedarf ist so erheblich, dass auch weiterhin der deutsche Vektor ausgelotet wird. Bisher wurden hier folgende Optionen erfolglos sondiert so das Verteidigungsministerium in Warschau: „Various solutions were considered: allocation of equipment from the Bundeswehr stocks, transfer of weapons from the defence industry or granting access to production slots in the German industry (priority treatment of orders placed by indicated countries, whilst delaying deliveries to other contractors).“ Auf Twitter ließ der Sprecher des Beschaffungsamts der Streitkräfte Polens, Krzysztof Płatek verlauten, dass weitere Panzer-Abgaben Polens an die Ukraine wahrscheinlich seien. Beim Verteidigungsministerium in Berlin war für den Autor trotz Nachfrage keine Stellungnahme zu den sogenannten Ringtausch-Verfahren zu erhalten.

Bundeswehr bekommt Territoriales Führungskommando

Feierliche Indiensstellung des Kommandos Territoriale Aufgaben 2013 in Berlin. Zum Oktober 2022 wird es aufgelöst. – Foto: ©Bundeswehr/Sebastian Wilke / Medienfreigabe

Zum 1. Oktober stellt die Bundeswehr ein Territoriales Führungskommando in Berlin auf. Es geht aus dem bisherigen Kommando Territoriale Aufgaben (TA) hervor, das seit 2013 besteht. Dessen Kommandeur Generalmagor Breuer (ebenfalls Leiter des Corona-Krisenstabs) führt den Aufstellungsstab des kommenden Führungskommandos. Seine Kernaufgaben: Truppenführung im Inland und Amtshilfe bei Katastropheneinsätzen. Der Stab in der Julius-Leber-Kaserne wird zunächst rund 400 Dienstposten umfassen. Aus der Pressemitteilung des Wehrressorts: Weiterlesen

Verstärkte Kampfbrigade für Litauen: Mühsam nährt sich das Bundeswehr-Eichhörnchen

Ein Schützenpanzer Puma des Panzergrenadierbataillons 112 setzt mit einer Fähre aus Schwimmschnellbrücken Amphibie M3 des Deutsch/Britischen Pionierbrückenbataillons 130 über die Havel.

Ein Schützenpanzer Puma bei der Havel-Überquerung mittels Schwimmschnellbrücke – Übung „Wettiner Schwert“, März 2022. – Foto: Bundeswehr/ Flickr/Marco Dorow/Medienfreigabe

Bundeskanzler Olaf Scholz hat angekündigt, den Sockel des deutschen Militärengagements an der Ostflanke auszubauen – die Battlegroup der NATO Enhanced Forward Presence (EfP) in Rukla, Litauen. Jene wird von der Bundeswehr geführt, die auch den größten Teil der Kampftruppen des multinationalen Verbands stellt. Bis jetzt ist die Battlegroup ein verstärktes Bataillon. Dessen Umfang: 1.600 Soldatinnen und Soldaten, davon 1.000 deutsche, so die Angaben der Bundeswehr. Nun soll zum Bataillon eine verstärkte Kampfbrigade aufwachsen. Das wären dann eine Mannstärke von 3.000 bis 5.000 plus. Ein  NATO-Wording gibt es schon dafür: Intensified Forward Presence (IfP). Zeithorizont und Ausgestaltung der Kampfbrigade sind jedoch noch unklar. Weiterlesen