Corona-Pandemie & Bundeswehr: Kein strategischer Lufttransport für Hilfseinsatz

Slovakische Soldaten entladen eine Antonow AN-124 mit medizinischem Material zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auf dem Flughafen Bratislava – Foto: NATO / Medienfreigabe

Tschechien und die Slowakei nutzen den strategischen Lufttransport ihrer Streitkräfte über die NATO für Hilfseinsätze bei der Corona-Pandemie; nicht so die Bundeswehr. „Die zur Verfügung stehenden sonstigen gewerblichen Kapazitäten sind bislang ausreichend“, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf Anfrage. Das heißt, der, die Hilfsluftfracht koordinierende Krisenstab des Auswärtigen Amts, beauftragt für das Heranschaffen von Schutzmasken und anderer Pandemie-Güter Unternehmen wie Lufthansa und DB Schenker. Deren Cargo-Kapazitäten sind wegen des globalen Stillstands der Wirtschaft kaum ausgelastet. Weiterlesen

AKK zur Marine: Schwerpunkträume und erstmal keine Schiffe für EU Libyen-Mission

Die Korvette Erfurt bei der "Missile Firing Exercise" 2019 in der Ostsee - erster Schwerpunktraum der Deutschen Marine

Die Korvette Erfurt bei der „Missile Firing Exercise“ 2019 in der Ostsee – erster Schwerpunktraum der Deutschen Marine – Foto: ©Bundeswehr/Marcel Kroencke

Die Berichterstattung zur Bundeswehr steht ganz im Bann der Corona-Pandemie. Aus zwei Gründen erwähnenswert ist die Rede* von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) beim Parlamentarischen Frühstück der Deutschen Maritimen Akademie in Berlin.

Erstens wegen Libyen. Hier macht AKK klar, das von den EU-Staaten vereinbarte Waffenembargo für Libyen wird ohne deutsche Marine-Beteiligung starten. „Zumindest in der ersten Phase werden wir dort keine Schiffe und Boote hinschicken“, so die Ministerin. Dazu müssten bestehende Einsatzverpflichtungen angegriffen werden, weshalb „erst Klarheit über die politische Lösung dort bestehen muss.“ Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte die Grundsatzentscheidung für eine maritime EU-Militärmission zur Überwachung eines Waffenembargos Mitte Februar als politischen Erfolg verkündet. Weiterlesen

Corona-Pandemie: Die Probleme der Marine

Zurzeit ist von fünf Marine-Angehörigen bekannt, dass sie mit dem Coronavirus infiziert sind, so ein Sprecher der Teilstreitkraft. Bis jetzt hat die Marine noch die Ambition, trotz der Corona-Pandemie, alle Einsatzverpflichtungen aufrecht zu erhalten – von Einsätzen sowie einsatzgleichen Verpflichtungen, über NATO Verbände bis zu Übungen und Manövern. Die Führungsfähigkeit soll gesichert werden, indem Dienststellen-Personal auf Abruf ins Homeoffice geschickt wird – quasi in eine Präventivquarantäne. So will die Marine Reserven für ihre Stäbe haben, sollten dort Corona-Fälle auftreten.

Fregatte Hamburg

Die Fregatte Hamburg soll im Mai zu einer Mission in den Indischen Ozean aufbrechen – Foto: U.S. Navy / Wikipedia

Das große Problem für die Marine wird es sein, die Einsatzfähigkeit in der Corona-Pandemie langfristig zu erhalten. Eine Ausdünnung wie bei den Stäben ist bei den „Truppe“ – den Mannschaften der Seeeinheiten – nicht möglich, ohne dass die Einsatzfähigkeit dahin wäre. Hier bleiben der Marine nur die gängigen Eindämmungsmaßnahmen wie durch verstärkte Hygiene und das auch nur eingeschränkt. Ein Arbeiten auf Distanz ist auf Kriegsschiffen und Co. nicht machbar. Weiterlesen