Nachfolger G36 & FAMAS – Frankreich & Deutschland starten Dialog

Ein neues Standard-Sturmgewehr für ihre Armeen – das suchen zurzeit Frankreich wie auch Deutschland. Die Bundeswehr möchte ab 2019 einen Nachfolger für das G36 einführen; bei den Französischen Streitkräften soll schon ab 2017 das FAMAS ersetzt werden. Nun haben deren Verteidigungsministerien einen Dialog zu den Beschaffungsprojekten gestartet. Die Deutschen bekunden dabei ein rein technisches Interesse. 

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Alles schick bei Frankreichs Soldaten, doch ihr Sturmgewehr FAMAS gilt, wie das deutsche G36, als veraltet und soll ersetzt werden – Foto: Stephan Rosger / CC-Lizenz

„Ein durch Frankreich ausgewähltes Produkt könnte auch im deutschen Vergabeverfahren relevant werden. Bei dieser Auswahl wären dann die Informationen zu den französischen Spezifikationen und Ergebnissen der Produkterprobungen sehr hilfreich“, so ein Sprecher des BMVgs gegenüber dem Autor.

Die Franzosen denken weiter. „Ideal wäre es, wenn Deutschland unsere Vorgaben und damit Auswahlkriterien übernimmt“, so Laurent Collet-Billon, Leiter der französischen Rüstungsagentur – „Dies könne eine günstige Verbindung schaffen“. Die Aussagen machte Collet-Billon, als ihn vor Kurzem der Verteidigungsausschuss des französischen Parlaments zum Wehrhaushalt 2016 befragte. Weiterlesen

Strategie für Arme

Es ist fast schon ein Naturgesetz der NATO: ohne die Amerikaner geht nichts. Aber eben nur fast; denn jetzt ist es mal umgekehrt. Das United States Marines Corps (USMC) sucht mit der „Allied Maritime Basing Initiative“ die Hilfe der Europäer, um seinen neuen Einsatzplan für den MENA-Region (Fehlinterpretation meinerseits, korrigiert) Großraum Europa / Afrika umzusetzen.

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Interventionsflügler – Marines boarden einen „MV-22 Osprey“ auf der USS New York, einem amphibischen Transportschiff der US-Navy – Foto: Corey Lewis / CC-Lizenz / Flickr

Der Plan sieht vor, die Marines vor allem in Afrika sehr schnell zum Einsatz zu bringen. So wollen die Amerikaner Krisen am unteren Spektrum, wie Piratenangriffe oder bedrohte Botschaften, besser handeln können. Auslöser dafür war die Ermorderung des US-Botschafters für Libyen 2012, bei einer Blitzattacke islamistischer Milizen in Bengasi.

Idealerweise hätten die Marines gerne ein Netz aus kleineren Eingreiftrupps, verteilt auf amphibischen Schiffeinheiten im Mittelmeer, also eine Art ständige Off-shore Präsenz zum schnellen Zuschlagen bei Bedarf. Doch Landungs- und Transportschiffe fehlen den Marines in ausreichnder Zahl. Sie haben wohl 30 amphibische Einsatzschiffe, bräuchten aber 38, um das Einsatzkonzept voll umzusetzen; mehr dazu hier. Die aktuell verfügbaren amphibischen Kampfschiffe sind in den Amphibious Ready Groups gebunden. Perspektivisch wird der Mangel bestehen bleiben. Denn auf Grund von Budgetkürzungen im US-Verteidigungshaushalt wurde der Bau solcher Landungsschiffe zurückgestellt. Die Marines rechnen nicht mit dem Zulauf weitere Schiffeinheiten dieses Typs vor Ende der 2020er Jahre. Nun sollen die Europäer helfen. Weiterlesen

Die „ständig wirksamen Bedingungen“ gegen die NATO

Im russischen Militärsprech heißen Land und Wetter „die ständig wirksamen Bedingungen“. Für die NATO sind sie eine weitere Hürde, um in Ost-Europa mehr militärische Präsenz zu zeigen. Der moosige Untergrund und die sumpfige Landschaft sind Gift für schwere Panzer und anderes Großgerät. Zu diesem Schluss kommt eine Militär-Kommission der NATO, die vor Kurzem die Aufmarschrouten der Allianz gen Osten begutachtete.

A column of Warrior armoured fighting vehicles moving along an autumnal forest track in Poland during Exercise Black Eagle. Around 1,300 UK soldiers were honing their skills in the largest armoured deployment to Eastern Europe for six years.    The King’s Royal Hussars Battlegroup was taking part in Exercise Black Eagle under the command of the 10th Polish Armoured Cavalry Brigade and alongside the 1st Polish Tank Battalion at the Zagan Training area in south-west Poland. The exercise included both dry-training and live-firing and was designed to develop interoperability between the two Armed Forces. Exercise Black Eagle was a key demonstration of UK support to NATO reassurance measures and followed the RAF’s commitment of Typhoon aircraft to the Baltic Air Policing Mission and the deployment of HMS Montrose off the Danish coast as part of the multi-national Baltic Ops exercise in June 2014. Further deployments are expected to take place over the next two years. ------------------------------------------------------- © Crown Copyright 2014 Photographer: SSgt Mark Nesbit RLC (Phot) Image 45158301.jpg from www.defenceimages.mod.uk This image is available for high resolution download at  www.defenceimagery.mod.uk subject to the terms and conditions of the Open Government License at www.nationalarchives.gov.uk/doc/open-government-licence/. Search for image number 45158301.jpg For latest news visit www.gov.uk/government/organisations/ministry-of-defence Follow us:  www.facebook.com/defenceimages www.twitter.com/defenceimages

Passt nicht: Englische Panzer und der Schlamm in Polens Herbstwäldern bei der NATO-Übung „Black Eagle“ 2014 – Foto: SSgt Mark Nesbit / UK Ministry of Defence / Opern Government Licence

Nachzulesen sind die Bedenken der Militärs im Bulletin der US-Armee „Stars & Stripes“. So sei es in Estland für die Panzerwaffe kaum möglich abseits der ausgebauten Straßen zu operieren. Dort drohe ein Versinken in der Sumpflandschaft, die im Baltikum häufig vorkommt. Zumindest die US-Armee überlegt nun laut „Stars & Stripes“, als Reaktion auf die widrigen Bedingungen, mehr auf leichte Schützenpanzer wie den Stryker zu setzen. Laut dem Bericht, habe die Amerikaner noch ein spezielles Problem: In Europa verfügen sie nicht mehr über Pontonbrücken um ihre Panzerverbände über Flussläufe zu bringen; diese haben nur ihre europäischen Verbündeten. Weitere Mankos für das Operieren der NATO im Osten Europas: Die Region ist noch immer spärlich an das europäische Schnellstraßennetz angeschlossen und in den baltischen Staaten dominiert die russische Spurbreite das Eisenbahnnetz. Die logistischen Probleme und die bürokratischen Hürden in der 28-Staaten-Allianz wurden schon verschiedentlich in den deutschen Medien erwähnt; beispielsweise gibt es dazu einen Bericht von Thomas Wiegold für die Krautreporter