SALIS Verhandlungen – Bundeswehr Position und kommender Offenbarungseid

Anfang Juli treffen sich die Partner-Nationen der Strategic Airlift International Solution (SALIS) bei der NATO, um ihre Position zu einer Neugestaltung des Vertragwerks abzustimmen. Diese war nötig geworden, da das Luftfracht-Unternehmen Wolga Dnepr erklärte, sich Ende 2018 aus SALIS zurückzuziehen. Über SALIS decken zehn NATO-Armeen, darunter die Bundeswehr, einen Großteil ihres Bedarfs an großem Luft-Cargo mit An-124 Maschinen. Für übergroße Luftfracht ist SALIS sogar alternativlos. So kann die Bundeswehr Großgerät wie die Panzerhaubitze 2000 (circa 55 Tonnen) nur mit der An-124 transportieren (120 Tonnen Nutzlast / Reichweite 4800 Kilometer). Der zulaufende  Bundeswehr-Transportflieger A400M schafft nur 3300 Kilometer mit maximal 37 Tonnen. Die Strategic Airlift International Solution wird über zwei separate Dienstleisterverträge bedient – mit den An-124 Betreibern Wolga Dnepr (Russland) und Antonow (Ukraine). 

Ein GTK Boxer der Bundeswehr wird zum Transport nach Afghanistan in eine An-124 verladen - Foto: Bundeswehr / Mandt - CC-Lizenz Wikipedia

Ein GTK Boxer der Bundeswehr wird zum Transport nach Afghanistan über SALIS  in eine An-124 verladen – Foto: Bundeswehr / Mandt – CC-Lizenz Wikipedia

Die Bundeswehr schlägt mit Blick auf das Treffen vor, die SALIS-Flotte von sechs auf fünf Maschinen zu verkleinern. Aus Sicht der deutschen Streitkräfte wird es für den kommenden alleinigen Vertragsnehmer Antonow schwierig, ab neun Tagen die sechste Maschine sicher zu stellen. Dies sei bei einer Flotte von sieben An-124 und Wartungsdauern von bis zu zwei Monaten Dauer pro Flieger problematisch.

Problem für militärische Aktivierungsfälle

Die laufende Vereinbarung sieht folgende Verfügbarkeiten vor: Sechs An-124 sollen für die Partner-Nationen durch Wolga Dnepr und Antonow bereitstehen. Zwei An-124 sind in ständiger Abrufbereitschaft auf dem Flughafen Leipzig und können in 72 Stunden aktiviert werden. Zwei weitere Maschinen sind in sechs Tagen zu stellen, die beiden nächsten im Zeitraum von neun Tagen. Dieser Vertragskern des gesicherten Zugriffs auf An-124 ist für die drei militärischen Aktivierungsfälle von SALIS konfiguriert: Die rasche Verlegung von Truppen der NATO Response Force, einer EU Battle Group oder für eine Evakuierungsmission. Zudem bietet die Strategic Airlift International Solution den Teilnehmer-Armeen die Möglichkeit, zu festen Konditionen Luft-Cargo durch die An-124 Flotten der beteiligten Unternehmen zu buchen. Der Abgang von Wolga Dnepr, das mit zwölf An-124, die größere Flotte gegenüber Antonow mit sieben Maschinen, besitzt, erschwert die Bewältigung der militärischen Aktivierungsfälle bei SALIS. Die Bundeswehr geht davon aus, dass sie die angenommene Lücke ab der 6. Maschine mit einer verstärkten Nutzung des A400M schließen kann, um ihre Zusagen für die Aktivierungsfälle einzuhalten. Der Großteil des geplanten SALIS-Transportvolumens Deutschlands von 830 Flugstunden je Jahr 2019 bis 2021 ließe sich mit den An-124 von Antonow abdecken. Die Missionsversorgung in Mali und Afghanistan, zu der die Bundeswehr das Cargo-Abkommen hauptsächlich nutzt, sei durch den Abgang Wolga Dneprs nicht gefährdet.  Weiterlesen

Deutschland und Niederlande kooperieren bei Digitalisierung ihrer Landstreitkräfte

Deutschland und die Niederlande planen, bei der Digitalisierung ihrer Landstreitkräfte zu kooperieren. Einen entsprechenden „Letter of Intent“ wollen am kommenden Donnerstag Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre niederländische Amtskollegin Ank Bijleveld unterzeichnen, wenn beide das deutsch-niederländische Panzerbataillon 414 in Lohheide besuchen. Der Kerninhalt der Absichtserklärung laut einem Sprecher des Heeres: „Die Verteidigungsministerinnen Deutschlands und der Niederlande werden vereinbaren, die Digitalisierung Landstreitkräfte gemeinsam mit dem Ziel voranzutreiben, die Interoperabilität der Systeme zu erhöhen. So könnte beispielsweise zukünftig die Digitalisierung der Mobilen Taktischen Kommunikation miteinander abgestimmt werden.“ 

Panzergrenadiere des niederländischen Heeres bei der Übung "Allied Spirit I" im Jahr 2015. Foto: Markus Rauchenberger - US Army

Panzergrenadiere des niederländischen Heeres – Kooperationspartner der Bundeswehr – bei der Übung „Allied Spirit I“ im Jahr 2015 – Foto: Markus Rauchenberger – US Army

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EUTM Mali’s problematic strategy – more rebuilding than fielding an army

The European Unions afford to beef up Mali’s armed forces since 2013 is just before its fourth extension. Germany, one of the backbone nations of this military training mission, allready prolongued the engagement of its armed forces – Bundeswehr – within European Union Training Mission Mali (EUTM) until May 2019.

EUTM training of Malis armed forces

Soldiers like it to compare their weapons. German EUTM soldier and FAMA special forces recruit during a training lesson near camp Koulikoro, Mali – photo: Bjoern Mueller / all rights reserved.

The broad goal of EUTM: „to contribute to the restoration of FAMAs military capacity“ according to its mandate. In 2012, the Forces Armées et de Sécurité du Mali (FAMA) were overchallenged to meet insurgent Tuareg and Islamists because of bad leadership, inapt tactis and material. Whole units were massacred or fled. As a result, younger officers were frustrated and revolted against the military brass and the government. The chain of command broke up. The army imploded. Only a military intervention from France prevented Islamists from breaking through the capital Bamako. In the summer of 2013, a new government was elected and there is a peace process with the Tuareg rebels, but it’s unstable. The states lack of monopoly on the use of force means that more and more self-defense militias are emerging across the country, and the fight against Jihadists is uspcaling from North to Middle Mali. In this brutal environment the FAMA tries to gain foothold again.  Weiterlesen