Frankreichs Heer will seinen Kampf der verbundenen Waffen verbessern

Das Französische Heer möchte das Gefecht der verbundenen Waffen verbessern und hat dafür eine Aufsichtsbehörde seiner fünf Lehrschulen gegründet. Die École du Combat Interarmes, kurz ECIA, ist verantwortlich für „die Umsetzung der kombinierten Waffen-Ausbildung und soll Synergien in Ausbildung und Lehre entwickeln“ heißt es in der Pressemitteilung der Armée de Terre. Die in Saumur angesiedelte ECIA, koordiniert die Generalstabsausbildung, die Infanterie-Schule, die Kavallerie-Schule sowie die Artillerie-Schule und die Ingenieursausbildung. ( Eine Übersicht hier). Kommandeur der ECIA ist Divisionsgeneral Arnaud Nicolazo de Barmon.

Die Gründung der École du Combat Interarmes ist Teil der laufenden Reform der Französischen Streitkräfte. Mehr Infos dazu hier.

Entente cordiale vor Grande armée

Der Austritt Großbritanniens aus der EU löst selbst bei den größten GSVP-Enthusiasten keine Euphorie aus. Denn der Abgang von Europas bedeutendster Militärmacht reißt große Lücken in die militärischen Fähigkeiten der Union. Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich in Frankreich und Deutschland das mediale Echo auf den „Brexit aus sicherheitspolitischer Sicht“ ausfällt. Tenor und Stoßrichtung hierzulande: Der Brexit ist eine Herausforderung, aber immerhin fällt auch der „Blockierer“ Großbritannien weg; das ist eine Chance für substanzielle Schritte der EU-Länder in Richtung  gemeinsamer Streitkräfte (Stichwort: EU Headquarter). In Frankreich dagegen findet der „Grande armée“ Ansatz in SiPol-Blogs, Essays und Kommentaren kaum Beachtung. Die Betrachtungen kreisen um das Wohl und Wehe der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit von Paris und London über die Lancaster-Abkommen. Überlegungen, nun eher den Verbund mit Deutschland aufzuwerten: Fehlanzeige. Deutsche und Franzosen treffen sich dann wieder bei der verhaltenen Reaktion auf das neue Weißbuch der Bundeswehr. Auch aus französischer Sicht haben die deutschen Streitkräfte hier keinen wertigen strategischen Leitfaden vorgelegt, sondern nur einen Sammelband sicherheitspolitischer Interessen. 

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Immer noch ein Paar: Britannia & Marianne 2016  – Foto: lesmasaxh / CC-Lizenz / Flickr

Eine Auswahl von Kommentaren etc. aus Frankreich zum Thema:

BREXIT – Quel impact (si impact) sur la Défense

Le Royaume-Uni veut approfondir sa coopération militaire avec la France

L’Allemagne puissance complète ? « White Paper 2016 » : l’Allemagne est-elle prête à exercer un « Leadership from the Center » ?

Brexit et défense : quelles opportunités ?

Sideinfo da passender Kontext: Michael Fallon, Verteidigungsminister Großbritanniens, warb vor Kurzem in einer Rede an der Université d’été in Paris darum, die sicherheitspolitische „entente superieure“ (O-Ton Fallon) zwischen Paris und London auszubauen. Hier der Redetext.

Litauens Streitkräfte ordern weitere G36 bei Heckler & Koch

Während die Bundeswehr das Sturmgewehr G36 ausmustert, hat Litauen soeben weitere geordert. Wie groß die Charge ist, bleibt unbekannt. Der G36 Hersteller Heckler & Koch liefert den Balten zudem noch den Granatwerferanbau HK269 für das Sturmgewehr. Hinzu kommen außerdem neue Schulterstützen, ein anderer Handschutz und eine geänderte Schiene für das Visier. Alles in allem verdient die Firma 12,5 Millionen Euro an der Lieferung. Die so aufgerüstete G36-Variante der Litauer läuft unter der Fachbezeichnung: G36 KA4M1. Hier die Links zu den Pressemitteilungen des Verteidigungsministeriums Litauens und von Heckler & Koch. Sideinfo: Trotz Abgang des Hauptkunden Bundeswehr nutzen andere Sicherheitsbehörden in Deutschland weiterhin das G36. So rüstet die Bundespolizei ihre, im Aufbau befindlichen, Antiterroreinheiten namens BFE + mit der Kurzversion des Sturmgewehrs aus, dem G36C.

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Litauische Soldaten bei einer Übung mit dem G36 – Foto: Grippen / CC-Lizenz / Wikipedia