Russlands Aktivitäten in Syrien

Lesetipp: Moskaus Engagement im syrischen Bürgerkrieg ist ein schwarzer Fleck in der medialen Berichterstattung; meist nur auf Blogs und Twitter gibt es immer mal wieder Meldungen zu Waffenlieferungen, Militärberatern etc. zu Gunsten Assads. Eine Gesamtschau des russischen Vorgehens bietet der Artikel „Russia Puts Boots on the Ground in Syria“ von Daily Beast Mann Michael Weiss. Der Titel ist zwar ein wenig übertrieben und einiges bleibt Mutmaßung auf Basis von Indizien; trotzdem ein lesenswerter Überblick.

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Unter anderem liefert Russland das neueste Modell seines BTR-Schützenpanzers, dem 82A an Assad – Foto: Vitaly V. Kuzmin / CC-Lizenz

Vor-Ort-Kontrollen bei Rüstungsexporten – Placebo oder wirksames Instrument gegen illegale Weitergabe?

Deutschland gehört zu den größten Exporteuren von Waffen weltweit. Problematisch: Haben Waffen „Made in Germany“ das Käuferland erreicht, findet keine Kontrolle mehr statt, was mit den Rüstungsgütern passiert. Das soll sich nun ändern: Noch in diesem Jahr will die Bundesregierung ein Verfahren für Vor-Ort-Kontrollen bei exportierten Waffen auf den Weg bringen. Das soll so geschehen: Mitarbeiter der Deutschen Botschaften sowie des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle statten Militärstützpunkten und Waffenlagern in den Käuferländern Kontrollbesuche ab und lassen sich die deutschen Waffen vor Ort zeigen.

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Hat deutsche Leopard-Panzer: Der autoritäre Stadtstaat Singapur, nicht gerade ein Musterland in Sachen Demokratie – Foto: Limkopi / CC-Lizenz

Nach den USA und der Schweiz wäre Deutschland erst das dritte Land, das „on-the-spot“ kontrolliert (mehr dazu in diesem Beitrag), ob seine gelieferten Waffen auch so eingesetzt werden, wie mit dem Käufer vereinbart. Bis dato gibt sich die Bundesrepublik mit sogenannten Endverbleibserklärungen zufrieden; in diesen versichern die belieferten Staaten, die gekauften Waffen nicht ohne deutsche Genehmigung weiterzureichen. Aber selbst diese schwache Sicherung gilt nicht für alle: So werden zum Beispiel von NATO- und EU-Ländern solche Endverbleibserklärungen nicht gefordert. Weiterlesen

„Human Terrain System“ – US-Militär entledigt sich einstigem Prunkstück der Aufstandsbekämpfung

Die Nähe zur Bevölkerung und das Verständnis für die Kultur des Landes indem gerade Interveniert wird – beides sind „lessons learned“ so das Mantra aus Politik und Militär im Westen. Wie wenig das immer noch stimmt, zeigt die Geschichte des „Human Terrain System“ der US-Streitkräfte.

U.S. Marine Sgt. Demarcus A. Deboe, Communications Chief, Battery I, 3rd Battalion, 10th Marine Regiment (3/10), interacts with a local Afghan child outside Patrol Base Mahafiz, in Shorshorak, Afghanistan, April 29, 2010. The Marines and sailors assigned to 3/10 are currently deployed to Afghanistan in support of the International Security Assistance Force. (U.S. Marines Photo by SSgt. Ezekiel R. Kitandwe /Released)

„Gib mir High-Five Kleiner und sag mir wo der Taliban steckt“ – Foto: U.S. Marines Photo by SSgt. Ezekiel R. Kitandwe / Flickr

Einst sollte „Human Terrain“ dem US-Militär intensive Kultur- und Sprachkenntnisse der Einsatzländer vermitteln. Doch das Programm wurde im September letzten Jahres klammheimlich eingestellt, wie die New York Times jetzt berichtet. Der Ansatz von „Human Terrain Systems“: Eingebettet in die Truppe, sammeln Teams von Soziologen und Anthropologen ethnografische, soziokulturelle und wirtschaftliche Informationen über die Zustände vor Ort. Die geballte Info-Macht sollte den kämpfenden Einheiten vor Ort helfen, die Herzen der Einheimischen zu gewinnen, um besser über lokale No-Go’s, einheimische Bräuche und das Anbahnen von Stammes-Allianzen Bescheid zu wissen. Von 2006 bis zu seiner Einstellung pumpte das US-Militär mehr als 700 Millionen US-Dollar in „Human Terrain“, so die Times. Weiterlesen