Veteranen-Debatte Bundeswehr: Die „Zwei-Veteranen“-Lösung steht an

Um den Begriff des „Veteranen“ in der Bundeswehr gibt es seit Jahren Streit. „An dunkle Zeiten“ fühlte sich der Wehrpolitik Rainer Arnold (SPD) erinnert, als Ex-Verteidigungsminister Thomas de Maizière, 2012 eine spezielle Veteranen-Politik entwickeln wollte, samt Ehrentag und Orden. Auch eine offizielle Definition des Veteranen-Begriffs sollte für die Bundeswehr erarbeitet werden. Nun, drei Jahre später, scheint sich die Nachfolgerin de Maizières, Ursula von der Leyen, entschieden zu haben.

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Der Veteran: in den USA mit klarem sozialen Status, in Deutschland ein unbekanntes Wesen – Foto: Russell Sellers / US-Army

Die Truppe erhält ein Zwei-Veteranen-Modell: Zum einen wird es eine Art Standard-Veteran geben. Den Status erhalten bereits all jene, die ihren Wehrdienst geleistet haben. Zusätzlich dazu, ist noch ein Status als Einsatz-Veteran vorgesehen, um die Leistung von Soldaten, die in Afghanistan und Co. waren, hervorzuheben. Weiterlesen

Deutsche Marine versucht Imagepflege mittels TV-Serie

Um das eigene Image und damit die Rekrutierung zu verbessern, wird das deutsche Militär experimentierfreudiger – 2016 soll eine fiktionale Serie an den Start gehen, deren Plot bei der Deutschen Marine angesiedelt ist. Hier die offizielle Pressemitteilung auf Marine.de. Idee und Konzept stammen von dem Filmproduzenten Stephen Dürr; der auch die Produktion verantwortet. Die Deutsche Marine ist eher Trittbrettfahrer bei dem Projekt mit der Hoffnung auf einen positiven Imagegewinn ( Satz nachträglich eingefügt, um zu verdeutlichen, dass die Marine, die Serie nicht selber produziert; das wurde in der alten Variante der Meldung wohl nicht so deutlich, wie mir Reaktionen auf Twitter gezeigt haben). Dürr hält sich mit Details zur Serie auf Nachfrage noch zurück. Zwischen ihm und der deutschen Kriegsmarine gibt es einen Vertrag. Dieser besagt, dass die Marine das Set stellt, Dürr aber alle Kosten trägt, so ein Marine-Sprecher gegenüber dem Autor. 

Zum Plot war von der Marine so viel herauszubekommen: Das Ganze wird wohl als Abenteuerserie ausgelegt; rund um eine Gruppe Offiziersanwärter der Marineschule in Mürwik, die im Zuge ihrer Ausbildung über die sieben Weltmeere schippert. Die Serien-Offiziere werden allesamt professionelle Schauspieler sein. Bundeswehrsoldaten wirken bei der TV-Serie, wenn überhaupt, nur als Statisten mit. Der Dienstbetrieb dürfe auf keinen Fall gestört werden, so die Marine auf Anfrage. Geplant sind wohl zehn und mehr Folgen der Serie. Zur Dramaturgie war noch nichts Konkretes zu erfahren. Das kommende Machwerk bewegt sich wohl zwischen „Küstenwache in Camouflage“, also eher biederer deutscher Fernsehkost und einem Action-Hauer, wie „Navy Patrol“ aus Australien. Bleibt zu hoffen, dass der Mittelweg ein goldener wird. 

Kriegsmarine als Serienstoff fürs TV – so machen es die Australier:

Nachfolger G36 & FAMAS – Frankreich & Deutschland starten Dialog

Ein neues Standard-Sturmgewehr für ihre Armeen – das suchen zurzeit Frankreich wie auch Deutschland. Die Bundeswehr möchte ab 2019 einen Nachfolger für das G36 einführen; bei den Französischen Streitkräften soll schon ab 2017 das FAMAS ersetzt werden. Nun haben deren Verteidigungsministerien einen Dialog zu den Beschaffungsprojekten gestartet. Die Deutschen bekunden dabei ein rein technisches Interesse. 

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Alles schick bei Frankreichs Soldaten, doch ihr Sturmgewehr FAMAS gilt, wie das deutsche G36, als veraltet und soll ersetzt werden – Foto: Stephan Rosger / CC-Lizenz

„Ein durch Frankreich ausgewähltes Produkt könnte auch im deutschen Vergabeverfahren relevant werden. Bei dieser Auswahl wären dann die Informationen zu den französischen Spezifikationen und Ergebnissen der Produkterprobungen sehr hilfreich“, so ein Sprecher des BMVgs gegenüber dem Autor.

Die Franzosen denken weiter. „Ideal wäre es, wenn Deutschland unsere Vorgaben und damit Auswahlkriterien übernimmt“, so Laurent Collet-Billon, Leiter der französischen Rüstungsagentur – „Dies könne eine günstige Verbindung schaffen“. Die Aussagen machte Collet-Billon, als ihn vor Kurzem der Verteidigungsausschuss des französischen Parlaments zum Wehrhaushalt 2016 befragte. Weiterlesen