Anti-Terrortruppe „BFE+“ der Bundespolizei – erste Einheit aufgestellt

Nach den Charlie Hebdo Anschlägen im Januar 2015 wurde sie vom Innenministerium angekündigt – eine neue robuste Anti-Terroreinheit der Bundespolizei sollte entstehen. Heute trat die erste Teileinheit der BFE+ ihren Dienst bei der Bundesbereitschaftspolizei in Blumberg bei Berlin an. Das Namenskürzel steht für der „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus“. 

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BFE+ Polizist mit G36-Kurzversion bei Vorführung der der neuen Anti-Terror-Einheit – Foto: Screenshot Präsentationsvideo Bundesinnenministerium / 16.12.2015

Die Stärke von BFE+ Berlin: 50 Mann. Insgesamt soll die Anti-Terroreinheit aus 250 Polizisten bestehen. Der wesentliche Unterschied zu normalen Polizeikräften: schwere Schutzausrüstung und militärische Langwaffen, so ein Sprecher aus dem Bundespolizeipräsidium auf meine Anfrage hin. Das inzwischen veröffentlichte Präsentationsvideo des Innenministeriums zur Einheit zeigt das G36 in Kurzversion als Standard-Bewaffnung. (Nachtrag: Auf Nachfrage hat mir die Bundespolizei inzwischen bestätigt, dass das G36 in Kurzversion (G36C) die Standardwaffe der Einheit sein wird). Weiterlesen

So werden Bundeswehr Kriegsschiffe „kampfbereit“

Im Kontext Fregatte Augsburg / Träger Charles de Gaulle bei der Operation Counter Daesh hatte ich beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr nachgefragt – Was heißt „kampfbereit“ für den Geleitschutz von Flugzeugrägern? Korvettenkapitän Bastian Fischborn hat mir dann ausführlich geantwortet, wie die Deutsche Marine ihre Schiffe allgemein als „combat ready“ zertifiziert. Da bestens strukturiert, hier die Antwort im Originalwortlaut:

Die Schiffe und Boote der Deutschen Marine durchlaufen vor der Teilnahme an einem Einsatz, einem Ständigen Nato-Verband oder der NATO-Response-Force, eine mehrmonatige Zertifizierung. Die Zertifizierung dauert bis zu zwölf Monate und findet an verschiedenen Ausbildungseinrichtungen statt. Lassen Sie mich einmal ein Beispiel schildern, dann wird es deutlich:

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Die „Invincible“ – ein Träger der Briten im Falkland Krieg. Das aus den damaligen Erfahrungen entstandene „Operational Sea Training“ der Briten, nutzt auch die Deutsche Marine, um ihre Schiffe kampfbereit zu machen – Foto: Dragon Hammer 90 / CC-Lizenz / Wikimedia

Januar – Februar

Eine Fregatte kommt im Januar nach einem Werftaufenthalt wieder in Fahrt. Zunächst wird sie dann im Marinearsenal (der marineeigenen Werft) wieder vollständig ausgerüstet, es werden also die Anlagen, Waffen und Geräte wieder eingebaut, die vor dem Werftaufenthalt eingelagert wurden. Sodann beginnt sie im Februar ein individuelles Ausbildungsprogramm, bei dem die Besatzung nachweisen muss, dass das Schiff sicher am Seeverkehr teilnehmen kann (nautisch-navigatorische Fähigkeiten) und die sogenannten „Notrollen“ werden eingeübt (Mann über Bord, Feuer im Schiff, Wassereinbruch etc.).

März – April

Die nächste Stufe steht dann im März mit einer zweiwöchigen Eingangsüberprüfung am Einsatz-Ausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine in Neustadt an. Weiterlesen

Verteidigungsministerium präsentiert „Zwei-Veteranen-Modell“

Definition Veteranenbegriff Bundeswehr – die aktuelle Entwicklung:

In letzter Zeit gab es einige Anzeichen dafür, dass das Verteidigungsministerium zwei Veteranen-Typen einführen möchte – es soll eine Art „Standard-Veteran“ für alle ehemaligen Soldaten geben sowie den Sonderstatus „Einsatz-Veteran“ (Hintergrund und Details hier). Dieses „Zwei Veteranen-Modell“ hat sich nun bestätigt.

V Logo Ehrendenkmal

Mitglieder des Bunds Deutscher Veteranen (BDV) am Ehrenmal der Bundeswehr in Berlin – Foto: BDV / mit Genehmigung

Am 1. Dezember traf sich Generalleutnant Markus Kneip, der stellvertretende Generalinspekteur, mit den Wehrverbänden, um die, vom Ministerium gewünschte, Veteranen-Definition zu präsentieren. Dem Autor liegt die so genannte „Tischvorlage“ des Treffens vor. Deren Text im Originalwortlaut: Weiterlesen