Die Infanteriewaffe der Zukunft?

Für einige ist es die Infanteriewaffe der Zukunft: halbautomatische Granatwerfer, die ihre Munition in programmierbarer Entfernung explodieren lassen. Der essenzielle Vorteil aus Sicht von Militärs: Gegner in Deckung können so getötet werden, ohne dass man die eigene aufgeben muss. Wenn sich das Konzept durchsetzt, würde das „Sich-an-den-Gegner-Heranmanövrieren“, jahrhundertelang das Prinzip des Infanteriekampfes, hinfällig. Eine Waffe solchen Typs, den XM25 von Heckler & Koch, will die US-Armee ab 2017 nutzen (siehe Video). Die Bundeswehr hat den XM25 auf Nachfrage des Autors noch nicht getestet. „Es gibt allerdings aus dem Heer die Forderung nach einer derartigen Fähigkeit, die derzeit bewertet wird“, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Seebataillon übt auf Karel Doorman

Sideinfo: Zu der kürzlich angelaufenen Marinekooperation Niederlande-Deutschland gibt es ein erstes Bundeswehrvideo. Darauf zu sehen: ein Boardingtraining des Seebataillons auf dem Multifunktionsschiff der Niederländer, der Karel Doorman:

Hintergrund zur Marinekooperation Niederlande-Deutschland gibt es in diesen beiden Artikeln auf pivot area:

Marine-Kooperation mit Niederländern: Deutsche Marine hat schon weiteres Schiff im Blick

Seebataillon wird vollständig in die Niederländische Marine integriert – heißt es zumindest

Kampf um SALIS

Zurzeit läuft bei der NATO das Bieterverfahren für eine Fortführung der Strategic Airlift Interim Solution (SALIS) ab 2017. Über das Projekt organisieren europäische Länder militärischen Lufttransport über ein Privatunternehmen. Seit SALIS vor zehn Jahren aufgelegt wurde, erbrachte die RUSLAN SALIS GmbH die Transportleistungen mit Antonow-124 Fliegern. Die GmbH ist ein 50/50 Joint-Venture der russischen Firma Wolga Dnepr und des ukrainischen Staatsunternehmens Antonow. Damit ist nun Schluss; im aktuellen Bieterverfahren treten die Noch-Partner als Konkurrenten gegeneinander an. Bis zum 9. März diesen Jahres konnten Interessenten ihre Gebote für SALIS bei der NATO Support und Procurment Agency (NSPA) einreichen; am 10. April / Ende April – Anfang Mai, mein neuer Stand, soll die Entscheidung fallen, wer in Zukunft das Geschäft macht.

An-124

Antonow-124 auf dem SALIS-Drehkreuz Flughafen Leipzig – Foto: Markus Kutscher / CC-Lizenz / Wikipedia

 Essenziell für Lufttransport

Auch wenn die genauen Vertragssummen bei SALIS nicht bekannt sind, das Interesse an dem Kontrakt dürfte groß sein. SALIS ist mehr als ein nettes Nice-to-have im militärischen Lufttransport. Bereits 2006 ins Leben gerufen, sollte SALIS zunächst nur den Mangel an Kapazitäten überbrücken, bis der A400M zugelaufen ist. Die Übergangslösung wurde aber de facto zu einem essenziellen Pfeiler des Lufttransports in der Allianz. Ob Medikamente oder Panzerhaubitzen in Einsatzgebiete – ohne SALIS geht wenig im Lufttransport europäischer Armeen. Die Bundeswehr gibt an, dass 70 Prozent ihres gesamten Lufttransports über zivile Auftragnehmer läuft, davon allein die Hälfte über SALIS. In 2015 waren das mehr als 4000 Tonnen Fracht bei 65 Flügen. Auch für den Transport von Material und Einheiten der NATO Response Force und der Very High Readiness Joint Task Force ist SALIS vorgesehen, so das Bundesverteidigungsministerium.

Ursachen für den Bruch der Kooperation

Warum Wolga Dnepr und Antonow nicht mehr gemeinsame Sache machen, ist nicht ganz klar. Seit 2006 bekam die bisherige Partnerschaft den Vertrag zunächst verlängert und gewann auch die letzte Ausschreibung 2012. Es gibt aber Indizien, warum es zum Bruch kam. Weiterlesen