Im Jahr 2002 gründeten die Staaten Afrikas die Afrikanische Union. Das erklärte Ziel: Über den Staatenverbund soll eine so genannte supranationale Sicherheitsarchitektur aufgebaut werden, um den krisengeschüttelten Kontinent zu stabilisieren. Supranational heißt: Die Nationalstaaten Afrikas billigen der Afrikanischen Union zu, als überstaatliche Organisation, in ihre Sicherheitsbelange einzugreifen. So gibt die Gründungsakte der Union dieser das Recht, bei Völkermord in einem Mitgliedsland, dort zu intervenieren, per Mehrheitsbescheid von zwei Drittel der AU-Mitglieder. Ein wichtiges Instrument dieses Vorhabens ist eine Eingreiftruppe, die sogenannte African Standby Force, kurz ASF.

Ruandische Soldaten warten auf ihren Lufttransport durch die US-Armee zu einer AU-Mission – Foto: U.S. Army Africa
Eigentlich sollte dieser Verband schon 2010 einsatzbereit sein. Doch daraus wurde nichts. Die Zeitvorgabe war zu optimistisch. Nun soll die Eingreiftruppe Ende des Jahres voll einsatzbereit sein. Die Verzögerungen sind zum Teil auch auf das ehrgeizige Konzept für diese Truppe zurückzuführen. Denn die African Standby Force unterscheidet sich gleich in mehreren Punkten von klassischen Interventionstruppen wie beispielsweise dem NATO-Eingreifverband. Weiterlesen







