Litauer üben Hybridkrieg gegen Russland

Separatisten sickern in Švenčionėliai ein, einer Stadt nahe der litauisch-weißrussischen Grenze, und versuchen diese zu erobern – mit diesem „Hybrid-Szenario“ trainierten Litauens Streitkräfte in den vergangenen Tagen de facto, wie man eine Invasion Russlands à la Krim im eigenen Land verhindert.

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Litauische Soldaten üben den Ernstfall – übrigens mit dem G36…

Der Name der Großübung: „Schneller Blitz 2015“. Bei der Übung scheint so ziemlich alles teilgenommen zu haben, was Litauen an Spezialverbänden aufbieten kann, unter anderem das litauische Bataillon der Schnellen Eingreiftruppe der NATO sowie die Antiterroreinheit ARAS. Die Übung zeigt einmal mehr, wie groß die Angst in Litauen vor einer Art „schleichenden“ Invasion des Kremls ist. Samt Premierminister Algirdas Butkevičius beobachtete die gesamte sicherheitspolitische Führungsspitze des baltischen Staates den Übungsablauf – mehr Details.

Italien will Führungsmacht im Mittelmeer werden

Demnächst soll Italien ein neues Weißbuch zur Sicherheitspolitik bekommen – der Entwurf für das Parlament in Rom präsentierte das Verteidigungsministerium am 21. April; allerdings nur hinter verschlossenen Türen vor dem Obersten Verteidigungsrat; zu diesem gehören unter anderem Präsident Sergio Matterella, Premierminister Matteo Renzi und der Chef des Generalstabes; er ist somit eine Art Pendant zum Bundessicherheitsrat hierzulande. Defense News hat wohl eine Kopie der Synopsis des Weißbuchs zugespielt bekommen und liefert einen Überblick zu den Eckpunkten der Agenda der Italiener.

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Zwei italienische Kriegsschiffe unterwegs im „Mare Nostrum“

  • So soll Italiens Militär in die Lage versetzt werden, im Mittelmeer die „Führerschaft“ zu übernehmen
  • Der Entwurf zum Weißbuch bestätigt die geplante Stärke von 150.000 Mann für Italiens Streitkräfte
  • Um Rüstungsprojekte besser managen zu können, soll bei Großprojekten das Budget im Verteidigungshaushalt für sechs Jahre ausgeplant werden
  • Zudem will das Wehrressort die Industrie in regelmäßigen Abständen darüber informieren, an welchen Vorhaben es Interesse hat, um für mehr Planungssicherheit bei der Industrie zu sorgen
  • Des weiteren enthält der Entwurf wohl Maßnahmen, um das Zusammenwirken der Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe zu verbessern
  • Der Entwurf befasst sich zudem mit der Überalterung der italienischen Streitkräfte durch sehr lange Dienstzeiten; hier sind wohl kürzere Verpflichtungszeiten vorgesehen.

Der komplette Defense News Artikel (in Englisch) zum Nachlesen.

Putins Panzer knacken – die Ideen der Rüstungsindustrie

Uran-Munition gegen russische Tanks fordern zur Zeit Experten. So soll die konventionelle Munition der Bundeswehr Leopard-Panzer nicht ausreichen, um Putins Panzer zu bekämpfen. Meistens ist die Rede von russischen Modellen ab dem  T-90 bis zum kommenden „Superpanzer“ Moskaus, namens Armata (siehe folgenden Tweet/Screenshot).

Abseits der Diskussion zur Uran-Munition als Panzerknacker, versucht die Rüstungsindustrie, über das Bedrohungsszenario „zu schwach gegen Moskaus Panzermacht“, ein weiteres Marktsegment zu beleben: Anti-Tank-Raketen auf fahrbaren Untersätzen; angeblich eine kostengünstige Alternative für die knausrigen Länder des Westens, um gegen den Kreml Gegenmacht zu bilden – ohne den Aufbau großer Panzerarmeen.