Zurzeit läuft bei der NATO das Bieterverfahren für eine Fortführung der Strategic Airlift Interim Solution (SALIS) ab 2017. Über das Projekt organisieren europäische Länder militärischen Lufttransport über ein Privatunternehmen. Seit SALIS vor zehn Jahren aufgelegt wurde, erbrachte die RUSLAN SALIS GmbH die Transportleistungen mit Antonow-124 Fliegern. Die GmbH ist ein 50/50 Joint-Venture der russischen Firma Wolga Dnepr und des ukrainischen Staatsunternehmens Antonow. Damit ist nun Schluss; im aktuellen Bieterverfahren treten die Noch-Partner als Konkurrenten gegeneinander an. Bis zum 9. März diesen Jahres konnten Interessenten ihre Gebote für SALIS bei der NATO Support und Procurment Agency (NSPA) einreichen; am 10. April / Ende April – Anfang Mai, mein neuer Stand, soll die Entscheidung fallen, wer in Zukunft das Geschäft macht.

Antonow-124 auf dem SALIS-Drehkreuz Flughafen Leipzig – Foto: Markus Kutscher / CC-Lizenz / Wikipedia
Essenziell für Lufttransport
Auch wenn die genauen Vertragssummen bei SALIS nicht bekannt sind, das Interesse an dem Kontrakt dürfte groß sein. SALIS ist mehr als ein nettes Nice-to-have im militärischen Lufttransport. Bereits 2006 ins Leben gerufen, sollte SALIS zunächst nur den Mangel an Kapazitäten überbrücken, bis der A400M zugelaufen ist. Die Übergangslösung wurde aber de facto zu einem essenziellen Pfeiler des Lufttransports in der Allianz. Ob Medikamente oder Panzerhaubitzen in Einsatzgebiete – ohne SALIS geht wenig im Lufttransport europäischer Armeen. Die Bundeswehr gibt an, dass 70 Prozent ihres gesamten Lufttransports über zivile Auftragnehmer läuft, davon allein die Hälfte über SALIS. In 2015 waren das mehr als 4000 Tonnen Fracht bei 65 Flügen. Auch für den Transport von Material und Einheiten der NATO Response Force und der Very High Readiness Joint Task Force ist SALIS vorgesehen, so das Bundesverteidigungsministerium.
Ursachen für den Bruch der Kooperation
Warum Wolga Dnepr und Antonow nicht mehr gemeinsame Sache machen, ist nicht ganz klar. Seit 2006 bekam die bisherige Partnerschaft den Vertrag zunächst verlängert und gewann auch die letzte Ausschreibung 2012. Es gibt aber Indizien, warum es zum Bruch kam. Weiterlesen







