Italien will Führungsmacht im Mittelmeer werden

Demnächst soll Italien ein neues Weißbuch zur Sicherheitspolitik bekommen – der Entwurf für das Parlament in Rom präsentierte das Verteidigungsministerium am 21. April; allerdings nur hinter verschlossenen Türen vor dem Obersten Verteidigungsrat; zu diesem gehören unter anderem Präsident Sergio Matterella, Premierminister Matteo Renzi und der Chef des Generalstabes; er ist somit eine Art Pendant zum Bundessicherheitsrat hierzulande. Defense News hat wohl eine Kopie der Synopsis des Weißbuchs zugespielt bekommen und liefert einen Überblick zu den Eckpunkten der Agenda der Italiener.

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Zwei italienische Kriegsschiffe unterwegs im „Mare Nostrum“

  • So soll Italiens Militär in die Lage versetzt werden, im Mittelmeer die „Führerschaft“ zu übernehmen
  • Der Entwurf zum Weißbuch bestätigt die geplante Stärke von 150.000 Mann für Italiens Streitkräfte
  • Um Rüstungsprojekte besser managen zu können, soll bei Großprojekten das Budget im Verteidigungshaushalt für sechs Jahre ausgeplant werden
  • Zudem will das Wehrressort die Industrie in regelmäßigen Abständen darüber informieren, an welchen Vorhaben es Interesse hat, um für mehr Planungssicherheit bei der Industrie zu sorgen
  • Des weiteren enthält der Entwurf wohl Maßnahmen, um das Zusammenwirken der Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe zu verbessern
  • Der Entwurf befasst sich zudem mit der Überalterung der italienischen Streitkräfte durch sehr lange Dienstzeiten; hier sind wohl kürzere Verpflichtungszeiten vorgesehen.

Der komplette Defense News Artikel (in Englisch) zum Nachlesen.

Putins Panzer knacken – die Ideen der Rüstungsindustrie

Uran-Munition gegen russische Tanks fordern zur Zeit Experten. So soll die konventionelle Munition der Bundeswehr Leopard-Panzer nicht ausreichen, um Putins Panzer zu bekämpfen. Meistens ist die Rede von russischen Modellen ab dem  T-90 bis zum kommenden „Superpanzer“ Moskaus, namens Armata (siehe folgenden Tweet/Screenshot).

Abseits der Diskussion zur Uran-Munition als Panzerknacker, versucht die Rüstungsindustrie, über das Bedrohungsszenario „zu schwach gegen Moskaus Panzermacht“, ein weiteres Marktsegment zu beleben: Anti-Tank-Raketen auf fahrbaren Untersätzen; angeblich eine kostengünstige Alternative für die knausrigen Länder des Westens, um gegen den Kreml Gegenmacht zu bilden – ohne den Aufbau großer Panzerarmeen. 

Mehr Eisbrecher für Russlands Militär

Die russische Nordflotte soll vier weitere Eisbrecher für die Arktis erhalten. Laut dem gewöhnlich bestens informierten Blog Barents Observer, hat der Bau des ersten Eisbrechers bereits begonnen; seit dem 23. April entsteht die „Ilya Muromets“ in der Werft von Sankt Petersburg und soll 2017 vom Stapel laufen.

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Russische Eisbrecherflotte nahe dem Nordpol – ganz vorne die „Yamal“

Die Aufgaben der „Ilya Muromets“ laut russischem Verteidigungsministerium (aus dem Russischen übersetzt vom Barents Observer):

Ilya Muromets will participate in operations on deployment of naval forces and towing of vessels. The 84 meters long, 20 meters wide vessel will be equipped with Azipod propellers and have a cruising capacity of 60 days.

 

Wann die anderen drei Einheiten aufgelegt werden und vom Stapel laufen sollen, ist der Meldung im Barents Observer nicht zu entnehmen.

Zum Hintergrund: Russland hat von allen Arktisanrainern bereits die weitaus größte Eisbrecherflotte, nämlich über 20 Stück. Die meisten allerdings bis dato für die zivile Nutzung; Details gibt es in diesem SIPRI-Report zum Thema. Zum Vergleich: Bei den USA, dem geopolitischen Hauptkonkurrenten Russlands, verfügt lediglich die Küstenwache über drei Eisbrecher, die in der Arktis operieren können. Die US-Navy experimentiere bis 2011 mit der „MV Sustina“, einem Landungsschiff für arktische Bedingungen. Inzwischen gehört die Sustina den zivilen Behörden Alaskas. Die haben aber keine rechte Freude an dem Kahn, und würden ihn am liebsten wieder los werden