Vor drei Jahren vereinbarten Deutschland und Polen eine Heereskooperation. Deren wichtigster Bestandteil ist das Einbinden eigener Verbände in die Panzertruppen des Partners. So wird das Panzergrenadierbataillon 411 der Bundeswehr unter das Kommando der 34. Panzer-Kavalleriebrigade Polens kommen. Dieser Großverband wiederum unterstellt ein Panzerbataillon der 41. Panzergrenadierbrigade, aus der das Bataillon 411 stammt. Das Ziel: Die Bataillone sollen so gut in ihre Partner-Brigaden integriert werden, dass sie für gemeinsame Operationen problemlos an diese andocken können. Damit das gelingt, müssen Polen und Deutsche intensiv zusammen Trainieren und Ausbilden sowie ihre Führungsverfahren abstimmen. Laut früherer Meldungen sollte diese Integration 2020 abgeschlossen sein. Doch inzwischen nennt das Deutsche Heer auf Anfrage das Jahr 2021.

Leopard der 34. Panzer-Kavalleriebrigade Polens bei der „Strong Europe Tank Challenge“ 2016 in Grafenwöhr, Deutschland – Foto: 7th Us-Army Training Command / Wikimedia / CC-Lizenz
Denn die Einhaltung einer 2015 beschlossenen Roadmap, um in fünf Jahren zusammen einsatzfähig zu sein, erweist sich als zähes Unterfangen. Dauerhaft zum Partner abgestellte Verbindungsoffiziere für das Projekt, wie angedacht, gibt es bis jetzt nicht. Gelegentliche Besuche sind das höchste der Gefühle. So schauten sich Bundeswehr-Offiziere an, wie die Polen einen Gefechtsstand führen und sichern. Die Militärs stecken noch mehr in der Kennenlernphase, als in der „Übungs- und Ausbildungsphase“. Dabei soll diese laut Roadmap von Sommer 2016 bis Mitte 2019 laufen. Bis jetzt gibt es aber nur vereinzelte Trainings wie das Üben gemeinsamer Panzeroperationen am Computer-Simulator. Umfassende Übungen der Einheiten im Gelände fanden im Rahmen der Kooperation noch nicht statt. Von einer abgestimmten Ausbildung sind Polen und Deutsche weit entfernt. Weiterlesen







