Konflikt um NATO-Lufttransport über SALIS eskaliert

Zurzeit läuft das Vergabeverfahren für den strategischen NATO-Lufttransport der Strategic Airlift Interim Solution (SALIS) ab 2017. Die Bundeswehr wickelt über SALIS die Hälfte ihres zivilen Luft-Cargos ab; Tendenz steigend, wegen der andauernden Probleme beim A400M. Um die Transportlücke bis zu dessen Zulauf zu schließen, war SALIS 2006 einst gegründet worden. Bis Ende des Jahres erbringt noch die Ruslan SALIS GmbH mit Sitz in Leipzig die Dienstleistung über An-124 Flieger. Das Unternehmen ist ein Joint Venture der russischen Wolga Dnepr und der ukrainischen Antonov. Aufgrund des Ukraine-Konflikts ist die Partnerschaft zerbrochen. Beide Firmen konkurrieren um den Auftrag der NATO. Versuche der SALIS-Partnerländer, bei denen Deutschland den Lead hat, die Zusammenarbeit zu erhalten, scheiterten. Nun sollen die SALIS-Transportflüge auf Wolga Dnepr und Antonov gesplittet werden, in zwei separate Verträge. Bis Mitte September wollen beide Seiten dafür Angebote vorlegen. Doch jetzt drohen die Ukrainer damit, ein Flugverbot der russischen An-124 durchzusetzen.

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Viel Stauraum: Eine An-124 lädt das U-Boot „Mystic“ auf Island – Foto: U.S Navy / Public Domain / Wikipedia

Das melden übereinstimmend mehrere Nachrichtenagenturen und Fachblogs. Das Argument von Antonov: Wir sind Besitzer der An-124 Konstruktionspläne und der meisten Lizenzen für deren Komponenten. Damit können wir verlangen, dass die Russen ihre Maschinen nur bei uns warten dürfen. Die Details dazu hat „Cargo Forwarder Global“. Dieses harsche Vorgehen der Ukrainer gegen ihre russische Konkurrenz gefährdet den mühsam auf den Weg gebrachten Kompromiss, SALIS über zwei Verträge laufen zu lassen. Die NATO braucht Russen und Ukrainer, um den SALIS-Lufttransport sicher erbringen zu können. Antonov alleine ist wirtschaftlich zu schwach. Wolga Dnepr könnte es wohl selbstständig, aber nur eine Firma aus Russland zu beauftragen, geht politisch nicht. Wie das Verteidigungsministerium auf die eskalierende Lage reagieren will, habe ich angefragt; eine Rückmeldung steht noch aus. Aus Bundeswehrkreisen ist zu hören, dass man auch mit einem völligen Scheitern der Strategic Airlift Interim Solution rechnen muss. Nachtrag: Inzwischen hat sich das Wehrressort gemeldet. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gegenüber dem Autor: „Das BMVg beobachtet die aktuellen Entwicklungen, wartet jedoch die laufenden Auswertungen der eingegangenen Angebote und weiterer Erkenntnisse der NSPA ab.“

Mehr Details zum „Kampf um SALIS“ in diesen Beiträgen auf pivotarea:

Kampf um SALIS

Kampf um SALIS: zwei Verträge sollen es richten

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