Wie die Bundeswehr den Landkrieg der Zukunft gewinnen will

Irgendwo im Baltikum 2026 – Im Tiefflug jagen Tiger-Kampfhubschrauber der Bundeswehr über die Landschaft und attackieren russische Panzerverbände, um deren Vorstoß zu verzögern. Wenige Kilometer hinter dem Kampfgeschehen surren Drohnen der Bundeswehr-Pioniere über eine Ebene und platzieren Anti-Panzerminen.

Diese Szenen stammen aus keinem Roman, sondern aus dem Bundeswehr-Thesenpapier „Wie kämpfen Landstreitkräfte künftig?“. Es umreißt aus militärfachlicher Sicht, wie das deutsche Heer ausgerüstet sein müsste und kämpfen sollte, um ab 2026 in Landkriegen gegen einen „gleichwertigen Gegner“ zu siegen. Auch wenn Russland nicht namentlich als Kontrahent genannt wird, sind dessen militärischen Fähigkeiten („der Gegner verfügt über ein engmaschiges Netz weitreichender Luftverteidigungssysteme mit der Reichweite 400 Kilomter plus“) offensichtlicher Bezugspunkt der Bewaffnungs- und Operationskonzepte in „Wie kämpfen Landstreitkräfte künftig?“.

Cover von "Thesenpapier - Wie kämpfen Landstreitkräfte künftig?"

Cover Bundeswehr Thesenpapier „Wie kämpfen Landstreitkräfte künftig?“

Verfasst wurde die Analyse von einem nicht näher benannten Autorenteam aus dem Heereskommando unter Leitung von Generalleutnant Frank Leidenberger. Jenem untersteht als Kommandeur der militärischen Grundorganisation auch das Amt für Heeresentwicklung, das für die militärische Innovation bei Deutschlands Landstreitkräften zuständig ist. Weiterlesen

Sicherheitspolitik 2017 – Die Meinung der Franzosen

Das französische Verteidigungsministerium holt sich über eine jährliche Umfrage die Stimmungslage der Franzosen in Sachen Sicherheitspolitik ein. Vor Kurzem erschien „La Défense – Dans l’opinion des Francais 2017″. Hier die wesentlichen Aussagen der Erhebung im Überblick:

https://de.wikipedia.org/wiki/Eurokorps#/media/File:Eurocorps_prise_d%27armes_Strasbourg_31_janvier_2013_32.JPG

Projekte europäischer Wehrintegration, wie das Eurokorps, interessieren die Franzosen wenig – Foto: Claude Truong-Ngoc / Wikipedia / CC-Lizenz

Massive Wirkung der Terroranschläge des IS: Noch 2013 war die größte Sorge der Franzosen, der Verlust des Arbeitsplatzes; satte 50 Prozent sahen das so. Inzwischen teilt sich die Arbeitslosigkeit Platz 1 mit dem Terrorismus (beide 31 Prozent / Terrorismus 2013 bei nur vier Prozent). Weiterlesen

US-Armee sieht DJI-Drohnen als Sicherheitsrisiko – Bundeswehr nutzt sie weiter

Die US-Streitkräfte verzichten vorerst darauf, ihre Drohnen des chinesischen Herstellers Dajiang Innovations (DJI) weiter zu nutzen (Danke für den Hinweis @RikeFranke). Als Grund nennt ein Militär-Memo nicht näher beschriebene „Verwundbarkeiten gegen Cyber-Angriffe“. Die Bundeswehr nutzt DJI-Drohnen vom Typ Phantom-4 zur Überwachung von Flüchtlingsbooten bei der Operation Sophia. Wie der Kollege Thomas Wiegold auf augengeradeaus! schreibt, sieht das Einsatzführungskommando keinen Grund, die Drohne nicht mehr einzusetzen. Eine weitere Rückmeldung dazu vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAINBw) auf Nachfrage von pivotarea:

Phantom-4 Drohen der chinesischen Firma DJI - Foto: Andri Koolme / CC-Lizenz Flickr

Phantom-4 Drohne der chinesischen Firma DJI – Foto: Andri Koolme / CC-Lizenz Flickr

„Derzeit bestehen aus Sicht des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr keine Gründe, die Nutzung der DJI Phantom IV in der Bundeswehr einzuschränken. Daten an den Hersteller werden bei DJI-Drohnen bei aktivierter Internetverbindung übertragen. Zum Schutz vor unbefugter Datenweitergabe wird das Fluggerät ausschließlich zur erstmaligen Inbetriebnahme mit dem Internet verbunden. Vor der ersten Nutzung müssen die Fluggeräte und auch die Akkus mit dem Internet verbunden werden, um die aktuelle Softwareversion zu installieren. Hierbei werden vom Hersteller auch Informationen über Flugbeschränkungsgebiete auf das Fluggerät übertragen, um beispielsweise eine Nutzung über einem zivilen Flughafen zu verhindern. Die Übertragung der Bilddaten zur Auswertung erfolgt offline durch Speichermedien.“  Weiterlesen