Taktische Gefechtsführung: US-Army schlechter als Partner-Armeen

Empfehlung zur Sonntagslektüre: Zahlreiche internationale Partner-Armeen des US-Heeres seien inzwischen besser in der taktischen Kriegsführung als die US-Army, kritisiert Captain Scott Metz in einer Analyse in der „Armor“, einem Army internen Fachmagazin zur verbundenen Kriegsführung von gepanzerten Kräften und Infanterie. Auf der entscheidenden Ebene der kleinen Einheiten, die im Gefecht operieren, wie Kompanie (80 – 250 Soldaten) und Platoon (Zug von circa 40 Soldaten), seien Partner-Armeen besser, so Scott (Spoiler: Leider sagt er nicht, welche… ;-).

Schlechter als die Partner-Armeen? US-Soldaten 2013 bei Gefechtsübung in Hohenfels, Deutschland - Foto: Brian Chaney / DIMOC / Wikipedia CC-Lizenz

Schlechter als die Partner-Armeen? US-Soldaten 2013 bei Gefechtsübung in Hohenfels, Deutschland – Foto: Brian Chaney / DIMOC / Wikipedia CC-Lizenz

Das zeige sich vor allem in einer durchdachteren Nutzung des Geländes beim Vorgehen gegen gegnerische Einheiten und einer besseren Koordination von gepanzerten Kräften und Infanterie. Die Analyse entstand auf Basis von Scotts Erfahrung als Offizier am Joint Multinational Readiness Center (JMRC) in Hohenfels, Deutschland. Der Hauptgrund für die US-amerikanischen Defizite: Die Streitkräfte-Bürokratie habe militärische Fähigkeiten und Aufgabe zunehmend durchnormiert. Inzwischen ertrinken die Einheiten in einer Flut von klassifizierten Anforderungen, die sie über das Jahr abprüfen und abarbeiten müssen; für das Trainieren entscheidend kriegswichtiger Fähigkeiten fehle die Zeit (Mehr dazu hier). Als Lösungsansätze empfiehlt Scott unter anderem: „Finally, we must change the Army culture to allow subordinate leaders to have flexibility to train their units based on commander’s intent rather than a long list of specified requirements.“ Die gesamte Analyse: „Overtasking and its Effect on Platoon and Company Tactical Proficiency: an Opposing Forces and Observer / Coach / Trainer Perspective“.

PS: Es ist schade, dass es keine Pendants solcher kritischen Analysen von Bundeswehr-Offizieren in „Marineforum“, „ES&T“ oder der „Inneren Führung“ gibt. Dort bleibt es fast immer bei rein deskriptiven Beiträgen.

Der Golfkooperationsrat – Bündnis der „negativen Solidarität“

Zwecks dem Machtkampf zwischen Saudi-Arabien und Katar: Meine Analyse zum Wesen des Golfkooperationsrats (GKR), der bis dato wichtigsten Allianz der Golf-Potentaten – Wie das Bündnis zustande kam, welche Agenda die Golf-Staaten mir dem GKR verfolgen und die Wirkung der jetzigen Konflikts auf das Bündnis (aktualisierter Archiv-Beitrag von 2016).

Treffen der Verteidigungsminister von GKR und USA 2014 - Foto: Erin A. Kirk-Cuomo, US-Department of Defense / CC-Lizenz Wikipedia

Treffen der Verteidigungsminister von GKR und USA 2014 – Foto: Erin A. Kirk-Cuomo, US-Department of Defense / CC-Lizenz Wikipedia

Im Sommer 2010 zeigte sich, auf was viele Kommentatoren in der jetzigen Krise zwischen dem Haus Saud und den al-Thanis von Katar hoffen: Kompromissbereitschaft zwischen den Kontrahenten. Um die Bestellung des aktuellen Generalsekretärs desGolfkooperationsrates gab es damals massive Querelen. Bahrain, welches das Vorschlagsrecht hatte, konnte seinen Wunsch-Kandidaten für die Amtszeit ab April 2011 nicht durchsetzen. Katar störte sich an dessen Rolle in einem Grenzkonflikt zwischen beiden Ländern. Bis heute sind die meisten Grenzverläufe zwischen den GKR-Partnern nicht geklärt. Erst ein Brief des damaligen Königs Abdullahs von Saudi-Arabien an den Herrscher Bahrains brachte die Wende. Bahrain benannte den jetzigen Generalsekretär Abdul al-Zayani als Kompromisskandidat. Nur zwei Tage vor dem Deal war es dem Saudiherrscher gelungen, Katar zur Freilassung zweier seiner Staatsbürger zu bewegen, die dort seit 1996 wegen eines Putschversuches in Haft saßen. Der Vorfall zeigte erneut das massive Spannungsgefüge zwischen den Dynastien der Halbinsel. Weiterlesen

Warum die Bundeswehr Close Air Support in den USA übt

Vor Kurzem übten Bundeswehrsoldaten mit den US-Streitkräften Close Air Support (CAS), zu deutsch „Luftnahunterstützung“, auf Camp Grayling in Michigan, USA. Dazu die Rückmeldung aus dem Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe, zu meiner Anfrage, welche Einheiten mit welchem Hintergrund dort trainiert haben. Interessant ist vor allem der letzte, etwas verschwurbelte, Antwortsatz. 

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Screenshot YouTube Video von „Air Source“ am 26. April 2017

„Es war kein Geschwader an der Übung beteiligt, ausschließlich Einzelpersonal, das die Luftnahunterstützung am Boden koordiniert, hat teilgenommen. Der Einsatz von Luftnahunterstützung (engl. Close Air Support (CAS)) erfordert das Vorhalten von qualifiziertem Personal am Boden zur Koordinierung von CAS Einsätzen, sogenannten Joint Terminal Attack Controllern (JTAC). JTAC müssen die Befähigung durch regelmäßiges Training in fest definierten Zeitabständen erneuern. Weiterlesen