Der Widerspruch in Frankreichs neuer Sicherheitsstrategie

Frankreich hat in einer „Revue Stratégique“ seine Sicherheitspolitik an die Änderungen seit 2013 angepasst, als das letzte Weißbuch zum Thema erschien. Als wertigsten Aufschlag des Werks sehen Experten die starke Betonung von multilateralen Kooperationen, wie die l’Initiative européenne d’intervention (IEI). 

Bei der Lektüre der Revue zeigt sich aber, dass der Betonung sicherheitspolitischer Kooperation, doch wieder das klassische Paradigma von Frankreich als autonomer Militärmacht vorgelagert ist. Siehe Seite 54: „Pour la France, l’autonomie stratégique repose sur un socle politique et comprend deux piliers : un haut degré d’autonomie industrielle et technologique d’une part, et les moyens d’une autonomie opérationnelle d’autre part.“ So fällt mit Blick auf das geplante Großprojekt deutsch-französischer Kampfjet auf: Zahlreiche dafür wichtige Bereiche wie Sensorik, Luft-Luft-Flugkörper oder Führungssysteme klassifiziert die Revue als „souveräne“ Entwicklungsfelder (siehe Seite 69). Dieselben Felder benannte auch die Bundesregierung als „nationale Schlüsseltechnologien“ in ihrem „Strategiepapier zur Stärkung der Verteidigungsindustrie in Deutschland“ von 2015 (siehe Seite 4). 

Volltext „La Revue Stratégique“

Volltext „Strategiepapier der Bundesregierung zur Stärkung der Verteidigungsindustrie in Deutschland“

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