Warum die Bundeswehr Close Air Support in den USA übt

Vor Kurzem übten Bundeswehrsoldaten mit den US-Streitkräften Close Air Support (CAS), zu deutsch „Luftnahunterstützung“, auf Camp Grayling in Michigan, USA. Dazu die Rückmeldung aus dem Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe, zu meiner Anfrage, welche Einheiten mit welchem Hintergrund dort trainiert haben. Interessant ist vor allem der letzte, etwas verschwurbelte, Antwortsatz. 

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Screenshot YouTube Video von „Air Source“ am 26. April 2017

„Es war kein Geschwader an der Übung beteiligt, ausschließlich Einzelpersonal, das die Luftnahunterstützung am Boden koordiniert, hat teilgenommen. Der Einsatz von Luftnahunterstützung (engl. Close Air Support (CAS)) erfordert das Vorhalten von qualifiziertem Personal am Boden zur Koordinierung von CAS Einsätzen, sogenannten Joint Terminal Attack Controllern (JTAC). JTAC müssen die Befähigung durch regelmäßiges Training in fest definierten Zeitabständen erneuern. Dies beinhaltet auch die Teilnahme an nationalen und internationalen Übungen, die CAS Missionen beinhalten. Die Teilnahme deutscher JTAC setzt dabei nicht zwingend die Teilnahme deutscher fliegender Verbände voraus. Die gegenseitige Teilnahme an jeweiligen Übungsvorhaben anderer Nationen ermöglicht zudem das der Üben im multinationalen Umfeld. Die Luftwaffe hat auf Einladung der US Streitkräfte mit für die Ausbildung von JTAC verantwortlichem Lehrpersonal der FRA/DEU Air to Ground School (AGOS) an einer CAS Übung auf der Moody Airforce Base teilgenommen (Anmerkung Autor: Hier war die Luftwaffe etwas unpräzise. Die Bundeswehrsoldaten waren Gäste der US-Airforce auf dem Stützpunkt Moody in Georgia. Das CAS-Training selbst fand auf Camp Grayling, Michigan statt). Die Teilnahme der Luftwaffensoldaten an der CAS Übung auf der Moody Airforce Base erfolgte im Rahmen der routinemäßigen Ausbildungskooperationen der NATO. Die Weiterbildung des an der FRA/DEU AGOS eingesetzten Ausbildungspersonals wurde als Ziel verfolgt. Die mögliche (und geplante) Teilnahme an Inherent Resolve dient ebenfalls diesem Ziel und würde die Zusammenarbeit auf eine stetige Basis stellen.“

Mit Blick auf das CAS-Training im Kontext Inherent Resolve, wollte die Luftwaffe nicht präziser werden. Ich verstehe das aber so, dass die Bundeswehr ihre CAS-Befähigungen aufwertet, um vorbereitet zu sein, sollte die Bundesrepublik beschließen, ihr Engagement in der Anti-IS-Koalition der Vereinigten Staaten zu intensivieren. Dass die USA in diese Richtung Druck machen, ist ja ein offenes Geheimnis. Bisher läuft der deutsche Beitrag zum Kampf gegen den IS über die in Inherent Resolve eingebettete Operation Counter Daesh. Hier bringt sich die Luftwaffe mit Aufklärung über AWACS und Recce-Tornados ein; die Marine sicherte mit ihren Schiffen den französischen Flugzeugträger Charels de Gaulle, von dem aus Luftschläge gegen den IS in Syrien erfolgten. Hinzu kommt noch die Ausbildungsmission für die kurdischen Peschmerga im Kampf gegen den IS

Hier noch ein Video zum CAS-Training der Bundeswehr auf Camp Grayling. Die teilnehmenden Einheiten der US-Streitkräfte: 93rd Ground Operation Wing (Airforce) und 19th Air Support Operation Squadron (Army).

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