Entente cordiale vor Grande armée

Der Austritt Großbritanniens aus der EU löst selbst bei den größten GSVP-Enthusiasten keine Euphorie aus. Denn der Abgang von Europas bedeutendster Militärmacht reißt große Lücken in die militärischen Fähigkeiten der Union. Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich in Frankreich und Deutschland das mediale Echo auf den „Brexit aus sicherheitspolitischer Sicht“ ausfällt. Tenor und Stoßrichtung hierzulande: Der Brexit ist eine Herausforderung, aber immerhin fällt auch der „Blockierer“ Großbritannien weg; das ist eine Chance für substanzielle Schritte der EU-Länder in Richtung  gemeinsamer Streitkräfte (Stichwort: EU Headquarter). In Frankreich dagegen findet der „Grande armée“ Ansatz in SiPol-Blogs, Essays und Kommentaren kaum Beachtung. Die Betrachtungen kreisen um das Wohl und Wehe der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit von Paris und London über die Lancaster-Abkommen. Überlegungen, nun eher den Verbund mit Deutschland aufzuwerten: Fehlanzeige. Deutsche und Franzosen treffen sich dann wieder bei der verhaltenen Reaktion auf das neue Weißbuch der Bundeswehr. Auch aus französischer Sicht haben die deutschen Streitkräfte hier keinen wertigen strategischen Leitfaden vorgelegt, sondern nur einen Sammelband sicherheitspolitischer Interessen. 

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Immer noch ein Paar: Britannia & Marianne 2016  – Foto: lesmasaxh / CC-Lizenz / Flickr

Eine Auswahl von Kommentaren etc. aus Frankreich zum Thema:

BREXIT – Quel impact (si impact) sur la Défense

Le Royaume-Uni veut approfondir sa coopération militaire avec la France

L’Allemagne puissance complète ? « White Paper 2016 » : l’Allemagne est-elle prête à exercer un « Leadership from the Center » ?

Brexit et défense : quelles opportunités ?

Sideinfo da passender Kontext: Michael Fallon, Verteidigungsminister Großbritanniens, warb vor Kurzem in einer Rede an der Université d’été in Paris darum, die sicherheitspolitische „entente superieure“ (O-Ton Fallon) zwischen Paris und London auszubauen. Hier der Redetext.

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