Marine-Kooperation mit Niederländern: Deutsche Marine hat schon weiteres Schiff im Blick

Vor Kurzem bekundeten Deutschland und die Niederlande die Absicht, bei  amphibischen Militäroperationen zusammenzuarbeiten (Hier der „Letter of Intent“). Bis dato fehlt der Bundeswehr die Fähgikeit, militärische See/Land-Operationen durchzuführen. Die Niederländer wiederum zielen darauf ab, beim Unterhalt ihrer Flotte Kosten zu sparen. Der Ansatz der Kooperation: Mit dem niederländischen Unterstützungsschiff KAREL DOORMAN wollen Bundeswehr und die niederländischen Streitkräfte ab 2018 See/Land-Operationen durchführen. Was meines Wissens noch nicht kommuniziert wurde: Die Deutsche Marine hat bereits ein weiteres Schiff der Niederländer ins Auge gefasst – die JOHAN DE WITT.

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Die JOHAN DE WITT beim NATO-Manöver „Trident Juncture“ – Foto: Martje Roos / NATO

„Da dieses Schiff über deutlich ausgeprägtere amphibische Fähigkeiten verfügt, wäre die JOHAN DE WITT in der Tat das Mittel der Wahl“, heißt es dazu aus dem Marine-Kommando der Deutschen Marine gegenüber dem Autor. Konkrete Planungen, die Kooperation auf dieses amphibische Transportschiff auszudehnen, gäbe aber noch nicht.

Die Zusammenarbeit auf die JOHAN DE WITT zu erweitern macht aus drei Gründen Sinn. Erstens: Zwecks Werftliegezeiten ist die Operationsfähigkeit über ein Schiff generell dürftig. Zweitens: die Möglichkeiten der KAREL DOORMAN für amphibische Operationen sind begrenzt. Das Multifunktionsschiff (Tanker, Lazarett, Transporter) kann viel, aber eben dafür nur in beschränktem Ausmaß. Die größte Einschränkung: Die KAREL DOORMAN ist unter anderem als Tanker für die niederländische Flotte konzipiert, weshalb ein Großteil des Ladevolumens für Soldaten und Materialtransporte nicht nutzbar ist. So kann die KAREL DOORMAN nur rund 170 Mann an extra Truppen aufnehmen. Mit der JOHAN DE WITT lassen sich dagegen zusätzliche Kräfte in Bataillonsstärke (555 Mann) transportieren. Drittens: Was die JOHAN DE WITT besonders wertvoll macht, ist eine Kommandozentrale die speziell ausgelegt ist für kombinierte See/Land/Luft-Operationen.

Nur über die KAREL DOORMAN sind ab 2018 humanitäre Einsätze bis maximal Evakuierungsoperationen möglich, so das Marine-Kommando auf Nachfrage des Autors. In der Bundeswehr-Konzeption für amphibische Militäroperationen „Basis See“ kommt aber zum Ausdruck, dass die Deutschen das ganze Spektrum an Fähigkeiten beherrschen wollen – von humanitären Hilfseinsätzen bis zu Landungsoperationen, um feindliche Streitkräfte zu bekämpfen. Letzteres wäre dann wohl über die Einbeziehung der JOHAN DE WITT machbar.

Mehr zur Marine-Kooperation Deutschland/Niederlande in diesem Beitrag auf pivotarea.

Detaillierte Infos zur JOHAN DE WITT auf dem niederländischen Blog „Marineschepen“.

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